Archiv Chorgemeinschaft St. Georg



Sommer 2019

Sänger und Förderer der Chorgemeinschaft feierten gemeinsam ein beschwingtes Sommerfest

 

Leckeres Essen, ein unterhaltsames kleines Bühnenprogramm und viel gute Laune, das machte auch in diesem Jahr wieder das Sommerfest zu einem schönen Abend für die Mitglieder und Förderer der Chorgemeinschaft St. Georg. Ein kreatives Team unter Leitung von Inge Baxmann und Anke Brüggehagen hatte das Pfarrheim wieder mit Blumen und großformatigen Fotos geschmückt und auch das hausgemachte Buffet war von allen für alle vorbereitet worden. Nach dem Ende der Abendmesse in St. Georg füllte sich der Saal sehr rasch und die Chorgemeinschaft begann mit drei Liedern aus verschiedenen Jahrhunderten. Unter der souveränen und launigen Leitung von Chorleiterin Dorothea Jakob sang auch das Publikum begeistert mit. Zum Programm gehörten auch ein turbulenter Zillertaler Hochzeitstanz, Solovorträge des Sängerinnen-Quartetts der Chorgemeinschaft, zwei Solostücke mit Klavierbegleitung und eine „Bußprozession“, die humorvoll diverse Begebenheiten aus dem Chorleben auf die Schippe nahm. Natürlich durften auch die Glückwünsche für Jubilare nicht fehlen: Der Vorsitzende Walter Eisenreich gratulierte Friedhelm Baisch zum 70. und Paul Scharrenbroich zum 80. Geburtstag.


30.08.2019

Chorausflug der Chorgemeinschaft St. Georg, Seelscheid

 

Freitag 30. 08. 2019. Am Ende der Tagesschau wie immer die Wetteraussichten. Nach Auflösung von örtlichem Frühnebel am Samstag scheint den ganzen Tag die Sonne. Es werden Temperaturen bis 34° erwartet! So mancher, der sich für den Chorausflug angemeldet hatte, musste umdenken. Statt des üblichen Regenschutzes war nun Hut, Mütze oder Kappe als Sonnenschutz für den Kopf erforderlich.

So, mit wenig Ballast ausgerüstet, trafen sich die Sängerinnen und Sänger nebst Inaktiven und Freunden um 08.00 Uhr am Ehrenmal in Seelscheid. Schnell wurde der Bus von der Fa. Willms bestiegen, und schon ging die Fahrt los. Über die Autobahn mit vielen Baustellen erreichten wir unser erstes Ziel: Kevelaer. Hier teilte sich die Reisegruppe.

Interessierte konnten einen Blick in die „Gläserne Hostienbäckerei“ werfen, um festzustellen, dass das Backen von Hostien besondere Kenntnisse erfordert, zumal die Hostie, vorgeschrieben nach katholischem Kirchenrecht, nur aus reinem Weizenmehl und Leitungswasser besteht. Als Meßdiener haben wir hin und wieder ungeweihte Hostien stibitzt. Hunger hatten wir immer. Satt geworden sind wir aber nicht.

Die zweite Gruppe ging sogleich in die Innenstadt von Kevelaer mit den Orten der Marienverehrung. Da war als nächstes die Kerzenkapelle mit ihren Hunderten von Kerzen in allen Größen, gespendet von frommen Pilgern. Auch an der Außenseite der Kapelle brannten Kerzen, deren Flammen nun mit der Wärme der Sonne wetteiferten. Gleich gegenüber die Gnadenkapelle, das eigentliche Ziel vieler Pilger ist. Hier, an einer Wegekreuzung hörte der Kaufmann Hendrik Busemann in der Weihnachtszeit 1641 dreimal den geheimnisvollen Ausruf: „An dieser Stelle sollst du mir ein Kapelle bauen!“ Er fühlte sich der Gottesmutter so nahe, dass er sie hören und fühlen konnte. Obwohl der dreißigjährige Krieg noch tobte, baute der Kaufmann den Bildstock. Seine Ehefrau sah in einer pfingstlichen Vision im Jahre 1642, dass in eben diesem Häuschen das Bild der Gottesmutter seinen Platz finden sollte, so wie ihr Mann sie gesehen hatte. Das Gnadenbild ist eine Kopie einer aus Eichenholz geschnitzten Marienfigur aus Luxemburg, die Maria als Trösterin der Betrübten darstellt. Das kleine und unscheinbare Bild befindet sich seit 1642 an der Stelle, an der es vor mehreren hundert Jahren angebracht wurde. Seit dieser Zeit finden auch die Wallfahrten nach Kevelaer statt. In der reichbemalten Marienkirche, die 1923 zur päpstlichen Basilika erhoben wurde, steht die größte romantische Orgel der Welt..

Kevelaer gilt heute als einer der wichtigsten Marienwallfahrtsorte Deutschlands mit ca. 800 000 Pilger jährlich.

 

So langsam wurde es Mittagszeit und die Sonne versprach das, was der Wetterbericht vorhergesagt hatte. Es wurde immer wärmer! Im Schatten der vielen Bäume saßen und standen Georgianer aus Seelscheid und warteten auf den Mittagsimbiß, der im nahegelegenen Cafe Nederkorn eingenommen wurde.

 

Wohlgestärkt brachte uns der Bus zum zweiten Ziel unserer Reise: Xanten!

Auch hier wieder die Einteilung in zwei Gruppen. Für Gruppe 1 war die Besichtigung des Xantener Doms angesagt. Gruppe 2 wandelte auf den Spuren der Römer im Archäologischen Park, der römischen Colonia Ulpia Traiana.

Der Xantener Dom, (Grundsteinlegung 1263, Fertigstellung 1544) ehemalige Stifts- und Pfarrkirche wurde auf Geheiß der Gebrüder Friedrich und Konrad von Hochstaden erbaut. Sie wurde dem Märtyrer Viktor geweiht. Als Angehöriger der thebäischen Legion verweigerte er dem Kaiser in Rom den Gehorsam, indem er ihn nicht als Gott anerkannte und ihm nicht opferte. Er starb den Märtyrertod. Der Dom war nie Bischofskirche. Wegen seiner Größe wird er jedoch landläufig als Dom bezeichnet.1937 verlieh ihm Papst Pius XI. den Titel Basilica minor. Die Innenausstattung mit ihren reich verzierten Ältären und Chorgestühlen ist mehr als beeindruckend. Viele Geschichten die sich um Köln und den Dom sowie das Bonner Münster ranken, kann man nach Xanten übertragen.

Die Besucher des Archäologischen Parks waren gut beraten, wenn sie eine Kopfbedeckung dabei hatten. Unbarmherzig brannte die Sonne auf die Ausgrabungen dieser ehemals weiträumigen römischen Kolonie. Die ausführlichen und sachlich fundierten Erklärungen unseres Führers versetzten uns oft in Erstaunen. Besonders beeindruckt waren wir immer wieder mit welch einfacher Technik all die Bauwerke, - besonders das Amphitheater - deren Fundamente noch heute zu sehen sind, entstanden sind. Aber auch die Rekonstruktionen der verschiedenen Gebäude zeugte von der Kunst und dem Können der damaligen Bauleute und Handwerker. Die Thermen und die Toilettenanlagen mit fließendem und warmem Wasser weckten unser besonderes Interesse. Reinlichkeit spielte im Leben der Römer eine große Rolle! Nach einer guten Stunde in der Colonia Ulpia Traiana konnten wir uns fast in das Leben der Menschen von damals hineinversetzen. Zu den Erkenntnissen aus dem Geschichtsunterricht waren viele neue hinzugekommen.

Nachdem unsere beiden Gruppen sich wieder in der Innenstadt getroffen hatten, war eine Stadtrundfahrt mit dem Nibelungenexpress angesagt. Noch einmal tauchten wir in die Geschichte und Gegenwart der Stadt ein, die durch Erläuterungen über Lautsprecher vermittelt wurden. Der Sage nach soll Siegfried der Drachentöter in Xanten geboren sein. Daher der Name Nibelungenexpress! Von all dem Gesehenen und Gehörten rauchte so manchem der Schädel, zumal die Sonne es wirklich gut mit uns meinte. Auch meldete sich der Hunger.

Der Nibelungen Express brachte uns zum Restaurant Rheinfähre, wo das Abendessen auf uns wartete. Als die ersten Getränke durch die durstigen Kehlen rannen, hörte man es förmlich zischen. Nachdem wir unseren Durst gestillt hatten und das gute und reichliche Abendessen allen geschmeckt hat, traten wir gegen 20.00 Uhr unsere Heimfahrt nach Seelscheid an.

 

Zum Schluß gilt unser aller Dank Martina Hebekeuser, die diesen Chorausflug wieder einmal mit viel Liebe und noch mehr Mühe organisiert hat. Danke Martina !!

 

Bernd Meermeyer



01.09.2018

Chorgemeinschaft St. Georg auf Entdeckungstour in der Eifel

Jahresausflug am 1.9.2018

 

In aller Frühe ging es los: pünktlich um 8.15 Uhr startete die Chorgemeinschaft Sankt Georg Seelscheid im roten Willms-Bus zu ihrem diesjährigen Jahresausflug in die Eifel. Zwar ist die Eifel vom Bergischen Land nur den berühmten „Katzensprung“ entfernt, aber die Ziele, die Organisatorin Martina Hebekeuser zusammengestellt hatte, boten viel Neues für die 40-köpfige Reisegruppe von 0 bis 87 Jahren.

 

Bevor man überhaupt in der Eifel ankam, gab es jedoch schon die erste Pause an einer Raststätte, wo vor den erstaunten Blicken einer ebenfalls dort pausierenden Motorrad-Gruppe belegte Brote und Kaffee herumgereicht wurden. Martina hatte wie immer alles perfekt organisiert! Nach der Pause stand der Rursee als erstes Ziel auf dem Tagesplan. An Bord der Stella Maris schipperten wir bei strahlendem Sonnenschein über die wunderschön gelegene Talsperre. Vom See aus ging die Fahrt mit dem Bus durch die verwinkelten Gassen von Heimbach bis zum Kloster Mariawald, seit 500 Jahren Ziel von Pilgern aus Nah und Fern. In der Klosterkirche wurden vier Lieder zum Lobe Gottes gesungen und anschließend im Gästehaus die berühmte Mariawalder Erbsensuppe gegessen. Ein Schlückchen Mariawalder Klosterlikör brachte die Verdauung auf Trab und viele nutzten die Zeit, um durch die Klosterbuchhandlung zu streifen oder einige Produkte aus der Klostermanufaktur einzukaufen.

 

Am Nachmittag erreichten wir die imposante Anlage der ehemaligen NS-Ordensburg „Vogelsang“. Im Rahmen einer ausgezeichneten Führung durch das Gelände wurde nicht nur die Geschichte des Ortes anschaulich vermittelt, sondern man konnte einen lebhaften Eindruck vom menschenverachtenden Gesellschaftsbild und dem aberwitzigen Größenwahn des Nationalsozialismus und seiner Anhänger gewinnen. Mit vielen Eindrücken und lebhaften Gesprächen machten wir uns auf den Rückweg nach Seelscheid, sicher kutschiert von unserem Busfahrer Manni. Das gemeinsame Abendessen in der Gebermühle war nicht nur lecker, sondern bildete den munteren Abschluss eines rundum gelungenen Ausflugs.

 

Beate von Berg


02.10.2017

Ich hätt' getanzt heut' Nacht.

 

So lautete das Motto des Konzerts der Chorgemeinschaft St. Georg in Seelscheid am 17.09. in der Aula der Grundschule Seelscheid.

 

Für einen Chor, dessen Repertoire fast ausschließlich kirchlichen Gesängen gewidmet ist, eher ein Gang auf Neuland, zumal der weitere Text des Mottos wie folgt lautet: ….. ich möcht' noch so viel mehr, auch wenn es Sünde wär', die ich mir nie verzeih'! Ein Schelm ist, der Böses dabei denkt! So konnten die Verantwortlichen des Chores die Sängerinnen und Sänger des Chores unter der Leitung von Dorothea Jakob davon überzeugen, einmal über den Tellerrand zu schauen um eben dieses weltliche Konzert auf die Beine zu bringen. Lange wurde geprobt, jedoch ohne die Lieder für anstehende Messgestaltungen aus den Augen zu verlieren. Mancher im Chor wird gedacht haben, wenn das nur gut geht? Dann kam der Tag, an dem der Chor sein Können unter Beweis stellen musste. Bei einer, bis auf wenige Plätze, gefüllten Halle eröffnete das Kammerorchester Stringendo aus St. Augustin das Konzert mit einem Stück von Vivaldi. Ihnen zuzuhören war ein Genuss. Geleitet wird das junge Orchester von Christiane Kraus. Nun war der Chor gefragt! Noch einmal tief durchatmen, letztes Lampenfieber verdrängen; und schon standen die Sängerinnen und Sänger auf der Bühne vor einem erwartungsvollen Publikum. Der erste Block war eine Hommage an Engelbert Humperdinck, der in Siegburg geboren ist und dem auf seinen Wanderungen im bergischen Land zu der Oper „Hänsel und Gretel“ bestimmt einige Ideen in den Sinn kamen. Jedoch den Gänsen konnte auch er keine Schuhe anpassen, da hierzu die Leisten heute immer noch fehlen. Hänsel und Gretel tanzten über die Bühne während der Chor den Text und die Melodie sang. Vielen ist dieses Lied noch aus der Kinderzeit bekannt. Ja, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein? Wissen sie es? Humperdinck hat es gewusst! Hänsel und Gretel, müde geworden vom Tanzen und Singen, setzten sich, um auszuruhen. Doch bald kam der Sandmann und streute ihnen den Schlafsand in die Augen. Dazu sang er, dargestellt von Beate von Berg, mit einer weichen Sopranstimme das Lied „ der Kleine Sandmann bin ich“. Oh, wie wurden da die Augen müde! Begleitet vom Kammerorchester „Stringendo“ sangen die Frauenstimmen des Chores den Abendsegen: „Abends will ich schlafen geh ‘n ......“. Im Saal war kaum ein Räuspern zu hören. Mit der Suite aus der Oper „Fairy Queen“ von Purcell setzte das Kammerorchester das Programm fort. Bevor der Chor erneut die Bühne betrat, wurde von fleißigen und flinken Händen das Bühnenbild passend für den Auftritt verändert. Vorgetragen wurden Ausschnitte aus dem Musical „My fair Lady“ von Frederick Loewe, die der Chor bravourös meisterte. Zunächst waren es Wünsche die musikalisch vorgeführt wurden. Gern hätt' so mancher getanzt, auch ein Zimmerchen mit 'nem Ofen wäre wunderschön. Aber es sind eben nur Wünsche. Friedhelm Baisch als Dr. Dolittle überzeugte das Publikum mit seinem Solo, zumal er in die Kleidung eines gestrengen Lehrers geschlüpft war. Er hat es tatsächlich geschafft, der Göre Eliza eine gute Aussprache zu vermitteln. Grün heißt nun einmal grün und nicht grin! Als Ernährer seiner Kinder, bei dem man schon ein „kleenes Stückchen Glück“ haben muss, bewies er ebenfalls sein Talent als Solist. Im weiteren Verlauf der Aufführung fand man den Chor auf der Pferderennbahn in Ascot. War das aufregend! Begleitet wurde die Chorgemeinschaft von Tom Deneckere am Flügel. Als Abwechslung im Programm eroberten die Damen der Ballettschule „Im Hofgarten“ aus Lohmar die Bühne. Da waren sie wieder die Wünsche: Noch einmal jung sein und die Beine so schwungvoll bewegen können! Das Programm wurde beendet mit einem Medley aus der Operette „Blume von Hawaii“ von Paul Abraham. Hierzu hatten sich die Damen ein wenig bunt dekoriert und teilweise auch den Herren das passende Outfit verliehen. Das Bühnenbild war zu dem letzten Liedvortrag entsprechend hergerichtet. So wurden einmal schnell, einmal langsamer im Rhythmus die Lieder dieses Medleys vorgetragen und vom Chor gemeistert. Nach dem Schlussakkord spendete das Publikum langanhaltenden Beifall und dankte mit stehender Ovation und verlangte natürlich eine Zugabe, die trotz aller Anstrengung der Stimmbänder gern gegeben wurde. B.M.

 


02.10.2017

Chorausflug der Chorgemeinschaft St. Georg 1860 Seelscheid e. V.

 

Zunächst wurde während der Chorproben, die mit Ausnahmen jeden Donnerstag stattfinden, über den diesjährigen Chorausflug abgestimmt. Fast alle Sängerinnen und Sänger bekundeten ihr Interesse. Mehrere Ziele wurden in Erwägung gezogen. Letztendlich entschieden wir uns für die Großstadt Essen, mitten im Ruhrgebiet gelegen.

 

Schnell war auch ein Team gefunden, das diese Reise vorbereitete. So bestieg am 02.September in der Frühe um 08.00 Uhr eine muntere Schar von Sängerinnen und Sängern sowie inaktiven Mitgliedern des Chores den Bus, um dem Ziel Essen entgegen zu fahren. Wir alle waren gespannt, was uns erwartete, denn die Einzelheiten hatte das Organisationsteam bisher nicht verraten. Erst während der Fahrt wurde das Geheimnis nach und nach gelüftet. Gegen 10.00 Uhr erreichten wir unser erstes Ziel, das Schiffshebewerk Henrichenburg im Dortmund — Ems — Kanal. In zwei Gruppen aufgeteilt wurde uns die Planung, der Bau und die Einweihung dieses, heute unter Denkmalschutz stehende Bauwerk, von fachkundigen und der Materie nahestehenden jungen Leuten erklärt. Alle technischen Anlagen der Erbauungszeit versetzten so manchen in der Gruppe in Erstaunen und an die Technik der heutigen Zeit zweifeln. Wenn man bedenkt, dass durch Anheben und Absenken des Wasserspiegels um nur 3cm in der Wanne das Aus- und Einfahren der Schiffe ermöglicht wurde, so stand dahinter ein ausgeklügeltes System. Beim Bau der Anlage wurden Fachleute aus den Niederlanden, Polen und Italien verpflichtet. Die Einweihung durch den deutschen Kaiser fand im Jahre 1909 statt. Ein Probelauf fand nicht statt. Es klappte alles auf Anhieb! Der Kaiser und die geladenen Honoratioren waren begeistert. Nach einem Aufstieg auf die Türme und einem Gang über die Verbindungsbrücke, an der außen das Kaiserwappen prangte, noch eine kurze Erklärung von unserem Führer in der Wanne selbst; und schon waren fast zwei Stunden wie im Flug vergangen. Heute sind wir froh, dass diese technischen Relikte des letzten Jahrhunderts der jungen Generationen dank des Denkmalschutzes noch vorgefiihrt werden können. So langsam meldete sich nun auch der Magen. Schließlich war es ja schon Mittag. Aber auch daran hatten unsere Organisatoren gedacht. In einem naheliegenden Imbissstand wurde uns das für das Ruhrgebiet übliche Menü serviert: Currywurst mit Pommes. Allen hat es wunderbar geschmeckt! So gestärkt ging es dann weiter nach Essen, der neuntgrößten Stadt Deutschlands. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Zollverein stieg eine Führerin zu uns in den Bus, die uns nun für mehrere Stunden begleitete. Zunächst aber erzählte sie uns, dass ihre Heimat Argentinien sei, nun aber lebe sie schon viele Jahre hier und möchte nie mehr fort. An ihren fachlichen Erklärungen verspürte man, wie sehr sie der Stadt Essen und dem Kohlenrevier verbunden war. Nur noch die Gebäude der Zeche erinnern daran, dass hier einmal das schwarze Gold, die Kohle, gefördert wurde. In den weitläufigen Hallen und Gebäuden finden heute Kultur- und Sportveranstaltungen statt. Aber auch Boutiquen und Geschäfte gibt es hier. So wurden wir über den Begriff Förderturm und Fördergerüst aufgeklärt. Der Turm ist ein ummauertes hohes Gebäude. Das Gerüst ist das Gestell mit den sich für den Betrachter drehenden Räder. Es gibt sie kaum noch! So mancher aus der Gruppe wird sich noch daran erinnern, als sich noch die Räder der Fördergerüste drehten und der Himmel über dem „Ruhrpott" dunkel, grau und von den Hochöfen feuerfarben leuchtete. Schmutz und Staub wohin man griff! All das gehört der Vergangenheit an. Die Abraumhalden sind grün und viele Anlagen hat sich die Natur zurückerobert. Nach den vielen Eindrücken und Erklärungen war es nun an der Zeit, die Stadt selbst ein wenig kennen zu lernen. Auf der sich nun anschließenden Stadtrundfahrt wurden wir ein wenig mit Geschichte der Stadt vertraut gemacht. Riesige Verwaltungsgebäude der Firmen Thyssen- Krupp, Karstadt u.a. erstaunten uns. Der Name Krupp begegnete uns immer wieder. So fehlte nur noch die Villa Hügel, das „bescheidene" Heim der Familie Krupp. Heute wird die Villa, die in einem riesigen Gelände liegt, Rir kulturelle Veranstaltungen genutzt. Doch halt, da gab es noch einen Punkt auf der Tagesordnung: die Margaretenhöhe. Dieser Ortsteil der Stadt Essen ist vielen zumindest dem Namen nach bekannt. Die Siedlung wurde flir die Angestellten der Firma Krupp gebaut und ist heute in eine Stiftung übergegangen. Die Häuser selbst sind den damaligen Verhältnissen sehr modern eingerichtet und auch heute noch als Wohndomizil sehr begehrt. Man hat sich allerdings den Bedingungen und Vorschriften der damaligen Erbauer, eben der Familie Krupp zu unterwerfen. Außerdem war man, stolz „Kruppianer" zu sein! Wer sich dagegen auflehnt und diese Bedingungen nicht einhält, hat sein Wohnrecht verspielt und wird von seinen Nachbarn mehr oder weniger gezwungen, sich eine andere Bleibe zu suchen. Auch heute noch! Trotz aller Vorgaben ist diese Wohnsiedlung sehr beliebt, da es eine Oase des Friedens und der Ruhe fernab der Großstadt ist, die mit der Straßenbahn in wenigen Minuten zu erreichen ist. Trotz all dieser interessanten Eindrücke und Neuigkeiten, die uns der Tag gebracht hatte, war es nun genug. Der Kopf musste erst einmal alles verarbeiten. Auch der Hunger stellte sich wieder ein. Nach einer kurzen Fahrt, zum Teil auf einem abenteuerlichen schmalen Weg, standen wir am Baldeneysee vor einem Lokal, wo die Tische für uns schon gedeckt waren. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Busfahrer für seine umsichtige Fahrweise. Da wir schon während der Fahrt unsere Mahlzeiten ausgesucht hatten, konnten wir wenige Minuten nach der Ankunft hier unser Abendessen zu uns nehmen. Nach dem Motto: Man gönnt sich ja sonst nichts, ließ der ein oder andere sich noch ein Eis oder Apfelstrudel schmecken. So gestärkt traten wir die Rückfahrt nach Seelscheid an, wo wir gegen 22.00 Uhr nach einem erlebnisreichen Tag voller Eindrücke und neuer Erkenntnisse gesund aber müde wieder eintrafen. An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank den beiden Organisatoren Martina und Sven, die ein ausgewogenes und interessantes Programm zusammengestellt hatten. Nochmals herzlichen Dank! BM.